
Expertentips
Leistungsabfall und Erschöpfung: wann ich das Herz mitprüfe
Wenn Treppen, Sport oder ein langer Arbeitstag spürbar schwerer fallen als noch vor ein paar Monaten, sollten Sie bei einem Leistungsabfall das Herz abklären lassen. Ich bin Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie. Bei nachlassender Belastbarkeit prüfe ich Herz und Kreislauf und schaue gleichzeitig auf die Energieproduktion der Zellen (Mitochondrien), die Nährstoffversorgung und die Funktion der kleinen Gefäße. Häufig liegt die Ursache in einer Kombination aus mehreren dieser Ebenen.
Diese Beschwerden passen zu einem kardialen Leistungsabfall
- Luftnot bei Belastung (Belastungsdyspnoe), schon beim Treppensteigen oder bei leichtem Tempo
- Brustenge, Druck oder Brennen hinter dem Brustbein unter Belastung (Angina pectoris)
- Herzstolpern, Herzrasen oder ein unregelmäßiger Puls
- Schwindel und Leistungsknick beim Sport, der Puls steigt zu schnell an oder ist insgesamt zu langsam
- Erholung nach Anstrengung dauert deutlich länger als früher
- Wassereinlagerungen an Knöcheln und Unterschenkeln (Ödeme)
- nächtliches Wasserlassen (Nykturie), flaches Liegen verursacht Kurzatmigkeit
- kalte Hände und Füße, Wadenschmerzen beim Gehen
- anhaltende Erschöpfung nach Infekten, auch nach COVID-19
- schwankender oder erhöhter Blutdruck
Mehr zu einzelnen Beschwerden finden Sie in den Beiträgen Herzinsuffizienz, Herzstolpern abklären und Bluthochdruck abklären.
Wann eher andere Ursachen im Vordergrund stehen
Stehen Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Antriebslosigkeit und Erschöpfung auch in Ruhe im Vordergrund, ordne ich die Beschwerden in einer eigenen Diagnostik ein. Dazu gehören der Neurotransmitter- und Stresshormonstatus sowie ein standardisierter Fragebogen. Mehr zum Burnout-Check in der Praxis. Grundlagen zum Krankheitsbild beschreibe ich im Beitrag Burn-out-Syndrom.
Die kardiologische Basis
Am Anfang stehen Gespräch und körperliche Untersuchung, Ruhe-EKG, Herzultraschall (Echokardiographie), Belastungs-EKG oder Stressechokardiographie und bei Rhythmusbeschwerden ein Langzeit-EKG. Im Basislabor bestimme ich Blutbild, Eisen und Ferritin, die Schilddrüsenwerte TSH, fT3 und fT4, Blutzucker und HbA1c, Nierenwerte und NT-proBNP als Marker für eine Herzschwäche. Damit erfasse ich eine Herzinsuffizienz, eine koronare Herzkrankheit (KHK), Herzrhythmusstörungen, eine Anämie und eine Hypothyreose. Wie die Belastungsuntersuchung abläuft, lesen Sie unter Mehr zum Belastungs-/Fitness-Check in der Praxis, den kardiologischen Gesamtcheck unter Herz-Check.
Mein Schwerpunkt: Leistungsabfall ganzheitlich abklären
Viele meiner Patientinnen und Patienten haben unauffällige Standardbefunde und sind trotzdem deutlich weniger belastbar. Dann suche ich auf der Ebene der Zelle weiter.
Speziallabor zur Nährstoffversorgung
Im Speziallabor bestimme ich Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine im Vollblut, darunter Magnesium, Zink, Selen, die B-Vitamine und Vitamin D. Dazu kommen Coenzym Q10, der Omega-3-Index, das Aminogramm und Homocystein. Der Herzmuskel braucht Magnesium für jede Kontraktion und Coenzym Q10 für die Energiegewinnung in den Mitochondrien. Ein Mangel zeigt sich im Serum oft nicht, im Vollblut dagegen schon. Ein Eisenmangel ohne Anämie, erkennbar an einem niedrigen Ferritin, senkt die Sauerstoffversorgung der Muskulatur und damit die Leistungsfähigkeit. Welche Werte die Praxis darüber hinaus bestimmt, finden Sie unter Mehr zur Labordiagnostik in der Praxis.
Mitochondrien und RedOx-Status
Die Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zelle und bilden das ATP, die "Batterie" der Zellen. Der Herzmuskel hat die höchste Mitochondriendichte im Körper. Arbeiten die Mitochondrien schlechter (mitochondriale Dysfunktion), reagiert das Herz früh mit Leistungsabfall. Typische Zeichen sind Muskelschwäche, schnelle Erschöpfung schon nach geringer Anstrengung, eine Verschlechterung am Tag nach der Belastung (Post-Exertional Malaise), Muskelkrämpfe, Kälteempfindlichkeit und Konzentrationsstörungen. Ich messe die Mitochondrienleistung, den oxidativen und nitrosativen Stress und den RedOx-Status, also das Gleichgewicht zwischen oxidativer Belastung und antioxidativem Schutz. Dazu gehört der Glutathion-Status. Glutathion ist das wichtigste körpereigene Antioxidans der Zelle.
Funktionelle Kreislaufdiagnostik
Mit der Pulswellenanalyse messe ich die Steifigkeit der Arterien. Die Herzfrequenzvariabilität (HRV) zeigt, wie gut das vegetative Nervensystem Herz und Kreislauf reguliert. Eine niedrige HRV finde ich häufig bei chronischer Überlastung, Schlafmangel und nach Infekten. Die Cardisiografie ergänzt das EKG um eine Analyse der Herzfunktion, die Messung der Körperzusammensetzung zeigt Muskel-, Fett- und Wasseranteil.
Erweiterte Ursachenabklärung
Wenn die Befunde den Leistungsabfall noch nicht erklären, suche ich nach weiteren Belastungen:
- Post-COVID: Eine COVID-19-Infektion verursacht eine Mikrozirkulationsstörung in den Kapillaren und eine mitochondriale Dysfunktion, die die Belastbarkeit über Monate senken.
- Post-Vac: Eine Spike-Belastung nach der Impfung verursacht Gefäßentzündungen, Mikrothromben in den Kapillaren und Entzündungen des Herzmuskels.
- Schwermetalle: Eine Schwermetallbelastung blockiert Enzyme der Mitochondrien und verursacht Gefäßverkalkung und Hypertonie.
- Stille Entzündung: Eine stille Entzündung (Silent Inflammation) verursacht oxidativen Stress, schädigt das Endothel und drosselt die Energieproduktion der Zellen.
Zu Post-COVID und Post-Vac biete ich eine eigene Sprechstunde an: Mehr zur Long-COVID- und Post-Vac-Sprechstunde in der Praxis.
Was aus den Befunden folgen kann
Aus den Ergebnissen leite ich gemeinsam mit Ihnen ab, was sinnvoll ist. Nachgewiesene Defizite gleiche ich gezielt aus. Bei Hinweisen auf eine mitochondriale Belastung biete ich in der Praxis die Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie, die Magnesium-Hochdosis-Therapie und den Glutathion-Push an. Welche Behandlung für Sie infrage kommt, besprechen wir anhand Ihrer Befunde.
- Mehr zur IHHT in der Praxis
- Mehr zur Magnesium-Sauerstoff-Therapie in der Praxis
- Mehr zum Glutathion-Push und zur orthomolekularen Therapie in der Praxis
Herz-Check, Burnout-Check oder Premium-Checkup
Steht die Belastbarkeit des Herzens im Vordergrund, passt der Herz-Check mit Belastungsuntersuchung. Bei Erschöpfung mit Schlaf- und Konzentrationsproblemen passt der Burnout-Check. Der Premium-Checkup verbindet die Herzdiagnostik mit dem ausführlichen Speziallabor, dem Hormonstatus und dem Ultraschall weiterer Organe. Den Umfang legen wir im Vorgespräch fest.
Termin vereinbaren
Bringen Sie Vorbefunde, Ihren Medikamentenplan und, falls vorhanden, Werte Ihrer Pulsuhr oder Ihr Blutdruckprotokoll mit. Einen Termin vereinbaren Sie über Doctolib oder über Kontakt. Weitere Fachbeiträge finden Sie unter Expertentipps.
Die Angaben auf dieser Seite ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung, Untersuchung oder Behandlung. Ob und welche Maßnahmen sinnvoll sind, wird im persönlichen Gespräch geklärt. Verläufe unterscheiden sich von Person zu Person.
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